Das Wichtigste in Kürze
- Über „Missbrauch melden“ erfahren Sie in der Regel nicht, wie Amazon entschieden hat. Bleibt die Bewertung stehen, hat Amazon keinen Verstoß gesehen.
- Häufige Gründe: der falsche Meldeweg, eine Begründung ohne Zitat und Beleg oder eine Bewertung, die als Meinung zulässig ist.
- Danach bleiben die Meldung als rechtswidriger Inhalt, die Beschwerde gegen Amazons Entscheidung und eine anwaltliche Beanstandung mit Frist.
Warum Meldungen oft ins Leere laufen
Unter jeder Rezension steht „Missbrauch melden“. Der Weg ist schnell, hat aber Grenzen: Er bietet kaum Platz für eine Begründung, und Sie erfahren in der Regel nicht, wie Amazon entschieden hat. Bleibt die Bewertung stehen, hat Amazon bei seiner Prüfung keinen Verstoß gegen die Community-Richtlinien gesehen.
Die häufigsten Gründe:
- Der falsche Weg. „Missbrauch melden“ passt für Richtlinienverstöße, etwa eine Bewertung, die nur den Versand bewertet. Behauptet eine Bewertung etwas Falsches, kann Amazon das über diesen Weg kaum nachprüfen. Dafür gibt es die Meldung rechtswidriger Inhalte.
- Keine Begründung, kein Beleg. „Diese Bewertung ist unfair“ reicht nicht. Amazon muss erkennen können, welche Aussage gegen welche Regel verstößt und warum.
- Die Bewertung ist zulässig. Harte Kritik an einem echten Mangel ist erlaubt, auch wenn sie dem Verkauf schadet. Dann hilft auch eine bessere Meldung nicht.
Erst prüfen: Lässt sich die Bewertung angreifen?
Bevor Sie es noch einmal versuchen, lohnt ein nüchterner Blick auf die Bewertung. Angreifbar ist sie vor allem, wenn sie
- nur Versand, Verpackung oder Service bewertet (mehr dazu),
- Tatsachen behauptet, die nicht stimmen, etwa „gebraucht“ oder „gefälscht“ (mehr dazu),
- beleidigt, statt zu kritisieren (mehr dazu),
- erkennbar nicht auf einer eigenen Erfahrung beruht (mehr dazu),
- Werbung oder Links enthält (mehr dazu) oder persönliche Daten nennt (mehr dazu).
Trifft nichts davon zu, ist die Bewertung wahrscheinlich eine zulässige Meinung. Dann ist die Zeit besser in eine Antwort auf das Problem investiert, etwa in eine klarere Produktbeschreibung.
Die nächsten Schritte
- Als rechtswidrigen Inhalt melden. Ist die Bewertung nicht nur regelwidrig, sondern rechtswidrig, gibt es seit dem Digital Services Act (DSA) einen eigenen Meldeweg. Amazon muss eine solche Meldung zügig und sorgfältig prüfen und Ihnen die Entscheidung mitteilen. Wichtig sind der Link zur einzelnen Bewertung, ein wörtliches Zitat und eine Begründung. Mehr dazu im Ratgeber Meldung nach dem DSA.
- Gegen die Entscheidung vorgehen. Lehnt Amazon ab, können Sie über das interne Beschwerdesystem von Amazon eine Überprüfung verlangen. Dafür haben Sie mindestens sechs Monate nach der Entscheidung Zeit. Daneben gibt es zugelassene Stellen für eine außergerichtliche Streitbeilegung.
- Anwaltlich beanstanden. Eine Kanzlei kann die Bewertung mit Zitat, rechtlicher Begründung, Belegen und Frist bei Amazon beanstanden. Ist Amazon so konkret auf einen rechtswidrigen Inhalt hingewiesen und handelt nicht, kann Amazon selbst dafür einstehen müssen.
- Gerichtliche Schritte. Als letzter Schritt bleibt der Weg zu Gericht. Er ist aufwendiger und lohnt sich vor allem bei schweren Vorwürfen. Ob er Aussicht hat, prüft die Kanzlei im Einzelfall.
Markeninhaber, die bei Amazon Brand Registry angemeldet sind, haben zusätzlich eigene Werkzeuge, um Verstöße zu melden. Für einzelne Rezensionen gelten dort dieselben Maßstäbe.
Was nichts bringt
- Immer wieder dieselbe Meldung. Wiederholte Meldungen ohne neuen Grund oder Beleg ändern an der Prüfung nichts.
- Viele Meldungen sammeln. Meldungen von Freunden oder Mitarbeitern ersetzen keine Begründung. Gekaufte Konten oder Massenmeldungen verstoßen gegen die Regeln von Amazon.
- Den Verfasser unter Druck setzen. Gegenleistungen für das Ändern oder Löschen einer Bewertung verbietet Amazon.
- Gegenbewertungen kaufen. Das verstößt gegen die Richtlinien und kann Ihr Verkäuferkonto gefährden.
So hilft AMZDelete
AMZDelete prüft Ihre Bewertungen mit 1 und 2 Sternen und zeigt zu jeder, ob es Hinweise auf einen Verstoß gibt. Die Bewertungen, die Sie beauftragen, prüft unsere Partnerkanzlei rechtlich und meldet sie über den passenden Weg: Richtlinienverstöße über die Meldewege von Amazon, Rechtsverstöße mit einer begründeten Beanstandung mit Zitat, Beleg und Frist. Ob eine Bewertung danach noch online ist, prüft AMZDelete jeden Tag. Sie zahlen nur, wenn sie entfernt ist.
Häufige Fragen
Bekomme ich eine Antwort, wenn ich eine Bewertung melde?
Bei „Missbrauch melden“ in der Regel nicht. Melden Sie die Bewertung als rechtswidrigen Inhalt, muss Amazon Ihnen die Entscheidung mitteilen.
Wie lange sollte ich nach einer Meldung warten?
Eine feste Frist gibt es nicht. Ist die Bewertung nach einigen Wochen noch da, lohnt es sich, den Weg zu wechseln, statt dieselbe Meldung zu wiederholen. Mehr dazu im Ratgeber Wie lange dauert das Löschen?
Kann ich eine Bewertung noch einmal melden, nachdem Amazon abgelehnt hat?
Ja, wenn Sie einen anderen Grund oder einen neuen Beleg haben. Dieselbe Meldung noch einmal führt in der Regel zum selben Ergebnis.
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Ob sich eine Bewertung angreifen lässt, prüft bei AMZDelete unsere Partnerkanzlei.