Persönliche Daten in Amazon-Bewertungen: was nicht erlaubt ist

Manche Bewertungen nennen den Namen einer Mitarbeiterin, eine Telefonnummer oder die Adresse des Inhabers. Das gehört nicht in eine Produktbewertung. Amazons Richtlinien sind hier eindeutig, und die Betroffenen haben eigene Rechte.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit 3 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Amazon verbietet Beiträge, die in die Privatsphäre anderer eingreifen oder persönliche Daten preisgeben, etwa Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Anschrift, Kfz-Kennzeichen oder Bestellnummer.
  • Das gilt auch für Fotos in Bewertungen, etwa ein Versandetikett mit Namen und Adresse.
  • Solche Bewertungen lassen sich über „Missbrauch melden“ melden, am besten mit einem genauen Hinweis, wo die Daten stehen.

Was Amazons Richtlinien sagen

Nach den Community-Richtlinien von Amazon dürfen Beiträge nicht in die Privatsphäre anderer eingreifen und keine persönlichen Daten preisgeben. Als Beispiele nennt Amazon Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Postanschriften, Kfz-Kennzeichen und Bestellnummern. Das gilt für die Daten anderer ebenso wie für die eigenen Daten des Verfassers.

Für Händler ist das ein klarer Meldegrund. Es kommt nicht darauf an, ob die Kritik in der Bewertung berechtigt ist: Enthält sie solche Daten, verstößt sie gegen die Richtlinien.

Typische Fälle

  • Namen von Mitarbeitern: etwa „Herr Becker vom Kundenservice hat gelogen“.
  • Daten des Inhabers: Name und Wohnort, oft verbunden mit einem persönlichen Angriff.
  • Kontaktdaten: Telefonnummern oder E-Mail-Adressen, etwa aus einer Nachricht an den Käufer.
  • Bestellnummern und Belege: abfotografierte Rechnungen oder Nachrichten mit Bestelldaten.
  • Fotos mit Daten: ein Foto des Pakets, auf dem das Versandetikett mit Namen und Adresse zu lesen ist.

Die Rechte der Betroffenen

Unabhängig von Amazons Regeln schützt das Datenschutzrecht Menschen, deren Daten in einer Bewertung stehen, etwa Ihre Mitarbeiter oder Sie selbst als Inhaber. Betroffene können verlangen, dass ihre Daten gelöscht werden. Die Plattform muss dann abwägen zwischen dem Interesse an der Äußerung und dem Schutz der Person. Wer namentlich angegriffen wird, kann außerdem in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt sein.

Für Unternehmen selbst gilt das Datenschutzrecht nicht. Der Name Ihrer GmbH in einer Bewertung ist für sich genommen kein Verstoß. Anders kann es bei Einzelunternehmern sein, deren Firma ihren eigenen Namen trägt. Das prüft die Kanzlei im Einzelfall.

So melden Sie solche Bewertungen

  1. Sichern: Screenshot der Bewertung, bei Fotos auch des Bildes. Geben Sie die Daten nicht weiter und nennen Sie sie nirgends öffentlich.
  2. Melden: Über „Missbrauch melden“ unter der Rezension, mit dem Hinweis, welche persönlichen Daten wo stehen, etwa „nennt den vollen Namen einer Mitarbeiterin“ oder „das Foto zeigt ein Versandetikett mit Adresse“.
  3. Nachhalten: Prüfen Sie nach einigen Tagen, ob die Bewertung noch zu sehen ist.

Ist die Bewertung außerdem beleidigend oder enthält sie unwahre Vorwürfe gegen die genannte Person, kommt eine rechtliche Beanstandung in Betracht. Mehr dazu im Ratgeber Beleidigung und Schmähkritik.

So hilft AMZDelete

AMZDelete erkennt E-Mail-Adressen und Telefonnummern in Bewertungen und markiert sie als „Persönliche Daten“. Namen oder Fotos mit Daten können Sie beim Auftrag angeben. Unsere Partnerkanzlei prüft den Fall und meldet ihn über den passenden Weg bei Amazon. Sie zahlen nur, wenn die Bewertung danach entfernt ist.

Häufige Fragen

Darf eine Bewertung den Namen meiner Firma nennen?

Ja. Der Name eines Unternehmens ist keine persönliche Information im Sinne der Richtlinien. Bewertet die Rezension aber nur den Händler statt des Produkts, kann sie aus diesem Grund unzulässig sein.

Was gilt für Fotos?

Dasselbe wie für Text: Zeigt ein Foto persönliche Daten, etwa ein Versandetikett mit Name und Adresse, verstößt es gegen die Richtlinien. Melden Sie es mit einem Hinweis auf die abgebildeten Daten.

Kann mein Mitarbeiter selbst etwas unternehmen?

Ja. Wer in einer Bewertung namentlich genannt wird, kann sich selbst an Amazon wenden und die Löschung seiner Daten verlangen. Oft ist es einfacher, wenn Sie als Händler den Richtlinienverstoß melden.

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Ob sich eine Bewertung angreifen lässt, prüft bei AMZDelete unsere Partnerkanzlei.

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