Das Wichtigste in Kürze
- Der DSA verpflichtet Amazon, Meldungen über rechtswidrige Inhalte zügig, sorgfältig und objektiv zu prüfen und die Entscheidung mitzuteilen.
- Eine wirksame Meldung nennt die genaue Adresse der Bewertung, begründet, warum sie rechtswidrig ist, und enthält Name, E-Mail und eine Erklärung, dass die Angaben stimmen.
- Lehnt Amazon ab, gibt es eine Beschwerde bei Amazon, eine außergerichtliche Streitbeilegung und den Weg zu Gericht.
Was der DSA für Bewertungen bedeutet
Der Digital Services Act ist eine EU-Verordnung für Online-Plattformen. Er gilt seit Februar 2024 vollständig. Für Händler ist vor allem das Melde- und Abhilfeverfahren wichtig: Plattformen wie Amazon müssen einen einfachen elektronischen Weg anbieten, auf dem jeder rechtswidrige Inhalte melden kann, und diese Meldungen ordentlich bearbeiten.
Das betrifft Bewertungen, die gegen geltendes Recht verstoßen, etwa weil sie unwahre Tatsachen behaupten oder beleidigen. Für Verstöße, die nur gegen die Community-Richtlinien gehen, etwa eine Bewertung des Versands, bleibt „Missbrauch melden“ der richtige Weg.
Was eine wirksame Meldung enthalten muss
- Die genaue Adresse: der Link zur einzelnen Bewertung, nicht nur zur Produktseite.
- Eine Begründung: warum die Bewertung rechtswidrig ist, am besten mit wörtlichem Zitat und dem, was stattdessen stimmt.
- Name und E-Mail der Person oder des Unternehmens, das meldet.
- Eine Erklärung, dass die Angaben nach bestem Wissen richtig und vollständig sind.
Eine Meldung mit diesen Angaben gilt als Kenntnis der Plattform vom Inhalt. Reagiert Amazon dann nicht angemessen, kann Amazon für den Inhalt einstehen müssen. Das macht eine vollständige Meldung so wirksam.
Formular oder Schreiben?
Amazon bietet für rechtswidrige Inhalte ein eigenes Online-Formular an. Gerichte haben entschieden, dass auch eine Meldung auf anderem Weg, etwa ein anwaltliches Schreiben, genügen kann, wenn sie die nötigen Angaben enthält. In der Praxis ist es sinnvoll, beides zu kombinieren: die Meldung über das Formular und eine ausführliche Beanstandung per Post.
Was danach passiert
Amazon muss die Meldung prüfen und Ihnen die Entscheidung mitteilen. Entfernt Amazon die Bewertung, bekommt der Verfasser eine Begründung. Lehnt Amazon ab, können Sie
- über das interne Beschwerdesystem von Amazon eine Überprüfung verlangen,
- eine zugelassene außergerichtliche Streitbeilegungsstelle anrufen,
- gerichtliche Schritte prüfen lassen.
Häufige Fehler
- Link zur Produktseite statt zur einzelnen Bewertung,
- nur „die Bewertung ist falsch“ ohne Begründung und ohne Zitat,
- Richtlinienverstöße als rechtswidrige Inhalte gemeldet,
- dieselbe Bewertung immer wieder gemeldet, statt einmal vollständig.
So hilft AMZDelete
AMZDelete findet die Bewertungen mit 1 und 2 Sternen, sichert den Link zu jeder Bewertung und einen Screenshot mit Datum. Unsere Partnerkanzlei prüft jeden Fall und meldet rechtswidrige Bewertungen mit allen Angaben, die der DSA verlangt, zusätzlich per anwaltlichem Schreiben. Sie zahlen nur, wenn die Bewertung danach entfernt ist.
Häufige Fragen
Gilt der DSA auch für kleine Händler?
Der DSA verpflichtet die Plattform, nicht den Händler. Melden kann jeder, auch kleine Händler und Markeninhaber.
Muss ich meinen Namen angeben?
Ja. Zu einer vollständigen Meldung gehören Name und E-Mail-Adresse der meldenden Person oder des Unternehmens.
Wie schnell muss Amazon reagieren?
Eine feste Frist nennt der DSA nicht; Amazon muss zügig entscheiden. In einer anwaltlichen Beanstandung setzt die Kanzlei zusätzlich eine Frist.
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Ob sich eine Bewertung angreifen lässt, prüft bei AMZDelete unsere Partnerkanzlei.