Das Wichtigste in Kürze
- „Verifizierter Kauf“ heißt: Das Produkt wurde über Amazon gekauft. Fehlt das Kennzeichen, ist die Bewertung nicht automatisch unzulässig.
- Beruht eine Bewertung auf keiner eigenen Erfahrung, kann das Unternehmen das rügen. Vorher sollte es seine Bestellungen sorgfältig prüfen.
- Wer auch außerhalb von Amazon verkauft, hat einen schwächeren Grund, weil der Verfasser woanders gekauft haben kann.
Was „Verifizierter Kauf“ bedeutet
Amazon kennzeichnet eine Rezension als „Verifizierter Kauf“, wenn der Verfasser das Produkt bei Amazon gekauft hat. Fehlt das Kennzeichen, hat er es vielleicht woanders gekauft, geschenkt bekommen oder eben gar nicht. Amazon erlaubt grundsätzlich auch Rezensionen ohne Kauf über Amazon, solange sie auf einer eigenen Erfahrung beruhen.
Eine Sonderform sind Rezensionen aus dem Vine-Programm. Sie stammen von Testern, die das Produkt über das Programm kostenlos erhalten haben, sind gekennzeichnet und lassen sich nicht mit dem Argument „kein Kauf“ angreifen.
Wann eine Bewertung ohne Kauf angreifbar ist
Eine Bewertung soll eine eigene Erfahrung mit dem Produkt wiedergeben. Beruht sie auf keiner, erweckt sie einen falschen Eindruck. Für Bewertungsportale hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass der Betreiber einer Bewertung nachgehen muss, wenn das bewertete Unternehmen bestreitet, dass es überhaupt einen Kontakt gab. Ob und wie sich das auf eine bestimmte Produktbewertung übertragen lässt, prüft die Kanzlei im Einzelfall.
Für Händler heißt das: Wer seine Bestellungen prüft und keinen passenden Kauf findet, hat einen Ansatzpunkt. Besonders stark ist er, wenn
- das Produkt ausschließlich über Amazon verkauft wird,
- die Bewertung keinen verifizierten Kauf trägt und nicht aus dem Vine-Programm stammt,
- die Bewertung Einzelheiten nennt, die zu keiner Bestellung passen, etwa eine Variante, die es nicht gibt.
Vorher sorgfältig prüfen
Die Aussage „Es gab keinen Kauf“ muss stimmen. Prüfen Sie deshalb alle Vertriebswege, bevor Sie sie treffen: Amazon-Bestellungen, eigener Shop, andere Marktplätze, Handel vor Ort. Verkaufen Sie auch außerhalb von Amazon, kann der Verfasser dort gekauft haben. Dann ist der Grund schwach, und andere Gründe, etwa unwahre Behauptungen, sind wichtiger.
Lässt sich die Bewertung einer Bestellung zuordnen, spricht das für eine echte Erfahrung. Dann bleibt sie angreifbar, wenn sie aus anderen Gründen unzulässig ist, aber nicht mit dem Argument „kein Kauf“.
So läuft es mit AMZDelete
AMZDelete zeigt bei jeder Bewertung, ob sie einen verifizierten Kauf hat. Wenn Sie eine Bewertung ohne verifizierten Kauf beauftragen, fragen wir, ob Sie Ihre Bestellungen geprüft haben und ob es einen passenden Kauf gibt. Außerdem fragen wir einmal, ob Sie auch außerhalb von Amazon verkaufen. So kann die Kanzlei einschätzen, wie stark der Grund ist, und stützt die Beanstandung nur dann darauf, wenn er trägt.
Häufige Fragen
Darf man Produkte bewerten, die man nicht bei Amazon gekauft hat?
Grundsätzlich ja. Die Bewertung muss aber auf einer eigenen Erfahrung mit dem Produkt beruhen.
Was, wenn der Verfasser das Produkt geschenkt bekommen hat?
Dann kann er eine eigene Erfahrung haben. Deshalb reicht ein fehlender Kauf allein nicht, wenn die Bewertung ansonsten nachvollziehbar vom Produkt handelt.
Kann ich herausfinden, wer eine Bewertung geschrieben hat?
In der Regel nicht. Amazon zeigt nur den Profilnamen. Für die Löschung ist das auch nicht nötig.
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Ob sich eine Bewertung angreifen lässt, prüft bei AMZDelete unsere Partnerkanzlei.