Erpressung mit Bewertungen: was Händler tun können

„Erstatten Sie mir den Kaufpreis, sonst gibt es einen Stern.“ Solche Nachrichten bekommen viele Händler. Nachgeben ist keine gute Idee, schweigen auch nicht. So reagieren Sie richtig.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit 2 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Gehen Sie auf keinen Handel ein: Gegenleistungen für das Ändern oder Löschen von Bewertungen verbietet Amazon, auch für Händler.
  • Sichern Sie die Nachrichten und melden Sie die Drohung bei Amazon.
  • Erscheint danach eine Rezension, enthält sie oft unwahre Behauptungen oder keine echte Produkterfahrung. Dann lässt sie sich angreifen.

Wie solche Drohungen aussehen

Die Drohung kommt meist über das Nachrichtensystem von Amazon, manchmal auch per E-Mail. Typisch sind:

  • Erstattung verlangt, ohne den Artikel zurückzuschicken, sonst folgt eine schlechte Bewertung,
  • ein Gratisprodukt oder Rabatt als Preis dafür, eine schon abgegebene Bewertung zu ändern,
  • eine Ein-Stern-Bewertung, verbunden mit dem Angebot, sie gegen Geld zu löschen,
  • Angebote angeblicher Dienstleister, Bewertungen gegen Bezahlung „verschwinden zu lassen“.

Was Sie nicht tun sollten

Zahlen Sie nicht und bieten Sie nichts an. Amazon verbietet Händlern, für das Ändern oder Entfernen von Bewertungen etwas zu geben. Wer darauf eingeht, riskiert Ärger mit Amazon bis hin zu Einschränkungen des Verkäuferkontos, und die Drohung hört selten damit auf.

Finger weg auch von Anbietern, die das Löschen über gekaufte Konten, Insider oder Massenmeldungen versprechen. Das verstößt gegen die Regeln von Amazon und kann Ihrem Konto schaden.

So reagieren Sie richtig

  1. Sichern: Machen Sie Screenshots der Nachrichten mit Datum und Bestellnummer.
  2. Sachlich antworten: Bieten Sie an, was Ihnen ohnehin zusteht oder was Sie jedem Kunden anbieten, etwa die normale Rücksendung. Gehen Sie nicht auf die Drohung ein.
  3. Melden: Melden Sie die Nachricht bei Amazon, über die Meldefunktion im Nachrichtenbereich oder den Verkäufersupport.
  4. Beobachten: Prüfen Sie in den nächsten Tagen die Rezensionen des Produkts.

Wenn die schlechte Bewertung schon da ist

Eine Rezension, die als Druckmittel geschrieben wurde, hält einer Prüfung oft nicht stand. Häufig enthält sie Behauptungen, die nicht stimmen, etwa über angebliche Mängel, oder sie beruht nicht auf einer echten Erfahrung mit dem Produkt. Dann lässt sie sich angreifen. Die gesicherten Nachrichten sind dabei ein wichtiger Beleg.

Ob die Drohung selbst strafbar sein kann und ob weitere Schritte sinnvoll sind, prüft im Einzelfall eine Kanzlei.

So hilft AMZDelete

Mit AMZDelete sehen Sie neue Bewertungen mit 1 und 2 Sternen auf einen Blick. Bei der Beauftragung können Sie zu jeder Bewertung Angaben machen und Belege wie die gesicherten Nachrichten nennen. Unsere Partnerkanzlei prüft den Fall und meldet die Rezension bei Amazon. Sie zahlen nur, wenn sie danach entfernt ist.

Häufige Fragen

Darf ich dem Kunden trotzdem entgegenkommen?

Ja, wie jedem anderen Kunden auch: Rückgabe, Umtausch oder Erstattung nach Ihren üblichen Bedingungen. Nur darf das nicht an eine Bewertung geknüpft sein.

Soll ich auf die Rezension öffentlich antworten?

Eine kurze, sachliche Antwort kann anderen Lesern zeigen, dass Sie sich kümmern. Erwähnen Sie keine persönlichen Daten des Käufers und keine Vorwürfe, die Sie nicht belegen können.

Was, wenn die Drohung von einem Wettbewerber kommt?

Dann sprechen Indizien oft für eine gezielte Herabsetzung. Mehr dazu im Ratgeber Fake-Bewertungen auf Amazon.

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Ob sich eine Bewertung angreifen lässt, prüft bei AMZDelete unsere Partnerkanzlei.

Prüfen Sie Ihre Bewertungen kostenlos

Geben Sie eine ASIN ein: Sie sehen sofort eine Vorschau, mit kostenlosem Konto jede einzelne Bewertung mit Hinweis. Sie zahlen nur bei Erfolg.